In den strukturschwachen Regionen im Osten Deutschlands sieht das Leben nicht rosig aus: Es gibt kaum kulturelle oder Freizeit-Angebote (z.B. so was tolles wie ein Schwimmbad), nur wenig Arbeit, schlechte Verkehrsverbindungen und kaum Zukunft. Es gibt ein bisschen Internet.
Ob das zur Kompensierung der Defizite in den Lebenschancen junger Arbeitsloser beiträgt, hat Kathrin Englert mit Förderung der DFG untersucht. Ihre Probanden sind zwischen 20 und 26 Jahre alt und nutzen das Internet, um sich über ihre Rechte gegenüber der ARGE zu informieren, um herauszufinden, wo sie etwas billiger kaufen können, um sich zu unterhalten oder um Sozialkontakte aufzubauen. Sie nutzen es auch für die Suche nach Arbeit. Einem hat das Internet mittels kostenloser Nachhilfe zum Realschulabschluss verholfen.
Die Kehrseite der Medaille ist, dass ein Internetzugang zunehmend Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe wird. Als Kunde wird man oft auf Informationen im Internet verwiesen, wenn man nicht in StudiVZ ist, vergisst der beste Freund den Geburtstag, wichtige Formulare gibts nur noch im Netz.
Fast die Hälfte der Haushalte unter 1000 Euro Einkommen sind noch ohne Internet. In den Regelsätzen des Alg-II sind nur ca. 6 Euro monatlich für Internet vorgesehen, PCs können gepfändet werden, für die Grundversorgung mit Informationen sind Fernseher und Radio ausreichend, ein internetfähiger PC ist nicht notwendig.
Und selbst wenn einer dann alles hätte: den PC und den Internetanschluß - dann benötigt er immer noch die Kompetenz, damit umzugehen. Damit er die Chancen auch findet und wahrnehmen kann und die digitale Spaltung ihn nicht in die Steinzeit zurück schleudert.
Da sind immer noch viele Forderungen zu stellen an die Politik! Und immer noch viel zu tun für die Medienpädagogik.
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