Eine Basiserklärung durch Wolfgang Schindler und einen "kurzen" Exkurs von Jürgen Ertelt später hat man mal wieder das Gefühl, in einem sehr revolutionären Zeitalter zu leben: Facebook-Gruppen verteidigen Plagiateure oder Grundrechte, je nachdem, was ihnen offenbar fehlt. Die im Netz spontan entstehenden Revolutionstruppen aus den gutbürgerlichen Milieus gehen ebenso spontan auf die Straße und beteiligen via fluegel.tv-Webcam die Daheimgebliebenen. Unter 30 ist so gut wie jeder in Social Networks und über 30 ist eh alles zu spät (außer natürlich für die 46%, die ebenfalls in sozialen Netzwerken sind). Wen Politik nicht ernstgemeint beteiligt, der erkämpft sich die Beteiligung eben auf anderer Ebene.
Allerdings betrifft das nicht alle: Das Netz ermöglicht zwar theoretisch vieles, jedoch nicht jedem. Partizipation - um die es auf dieser Tagung geht - muss laut Ertelt gelernt und ermutigt werden. Dazu braucht es die Bemühungen der Politik und der Pädagogik. Es bedarf geeigneter Software, die den Jugendlichen den Zugang erleichtert. Und- das Wichtigste: Beteiligung heißt vor allem, bisher Rechtlosen (Jugendlichen) Rechte zu erteilen. Echte Mitbestimmung bedeutet Abgeben von Macht und Kontrolle- vielleicht die schwerste Aufgabe überhaupt.
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