Der Pirat kommt! Sebastian Jabbusch heißt er und ist nicht nur Mitglied der Piratenpartei, sondern schreibt auch seine Magisterarbeit über das Liquid Democracy-Konzept und Liquid Feedback. Die Piratenpartei erprobt derzeit innerparteilich demokratische Prozesse und Abstimmungen mit Hilfe einer eigens entwickelten Beteiligungssoftware zu durchzuführen. Das hat dort einigen Erfolg. An Online-Diskussionsverfahren beteiligten sich mehr Parteimitglieder als an Parteitagen. Mehr als ein Viertel der gesamten Parteimitglieder nimmt aktiv teil. Zumindest einmal. Im Verlauf von Diskussionen werden die Teilnehmer weniger und die Aktiven beherrschen mangels Masse die Szene. Machtstrukturen werden dadurch nicht außer Kraft gesetzt. Laut Jabbusch ist das System kein basisdemokratisches System. Die Vorteile sind, dass Einzelfragen von denen diskutiert werden, die auch Interesse daran haben und die Teilhabe recht einfach ist. Auf der anderen Seite tat sich der Vorstand schwer, sich an solcherart gefasste Beschlüsse zu halten. Meinungsfindung findet über Anträge und Alternativ-Anträge statt. Zu Anträgen können jedoch auch Anregungen gepostet werden, für die auch gevotet werden kann: Damit weiß der Antragsteller, welche Knackpunkte er eventuell noch ändern sollte.
Ich finde es sehr nett von den Piraten, solche Systeme für uns alle auszuprobieren. Am nettesten ist, dass sie das transparent machen, so dass wir alle aus den Fehlern lernen können. (Ich denke da mal weiter: wenn alle Politiker die von ihnen geforderten Systeme erstmal selber leben müssten....). Das ist neu in der Politik und könnte langfristig für eine befriedigendere Demokratie sorgen. Sehr spannender und gut vorgetragener Beitrag zur Partizipationsdebatte auf jeden Fall!
Einen kleinen Einblick, wie das System genauer aussieht erhalten Nichtmitglieder hier.
wunderbarer titel... btw ;-)
Kommentiert von: QUERgedanken | 28. Juni 11 um 21:05 Uhr
allerdings! Mehr Infos gibts hier:
demokratiepiraten.blogspot.com
Kommentiert von: Seb Jabbusch | 02. Juli 11 um 00:21 Uhr